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Morrison Hotel - Von der Nacht auf die Landstraße
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Morrison Hotel (Audio CD) 1970: Nachdem die Doors nach dem Miami-Skandal Auftrittsverbot bekommen hatten und viele Konzerte abgesagt worden waren hat sich das Image der Band wieder erholt und auch Jim hat sich wieder etwas gefangen. Die Doors veröffentlichen eines ihrer besten Alben: Morrison Hotel. Es ist das rockigste, das die Doors je aufgenommen haben. Jim hat seinen Alkoholkonsum (zumindest vorläufig) wieder unter Kontrolle, und auch die Kritiker sind begeistert. Die Doors sind wieder ganz oben! Der Titel der LP ist eine Anspielung auf das "Morrison Hotel" in Los Angeles, in dem auch das Cover aufgenommen wurde, und in dessem Keller sich das berühmte "Hard Rock Cafe" befindet. Ray und Dorothy Manzarek hatten das Hotel bei einem Spaziergang in L.A. entdeckt.
Das Album beginnt mit dem "Roadhouse Blues", einem harten Rocktitel, der auch einer der bekanntesten Doors-Titel überhaupt ist. Das Stück "Waiting For The Sun" war eigentlich schon für das dritte Album aufgenommen worden und hatte dem Album auch seinen Namen gegeben, wurde aber damals (1968) nicht verwendet. Es ist ein träumerisches, melancholisches Stück, das von Jim mit einer sensiblen, klagenden Stimme gesungen wird. Heiterer wird es in "You Make Me Real", einem Titel, der für Jims Freundin Pamela Courson (seine "kosmische Partnerin", wie er sie selbst bezeichnete) geschrieben war. Wieder einmal wird hier Jims Wunsch auszubrechen deutlich ("Make me free, You make me free.") "Peace Frog" ist ein flottes, rockiges Stück, doch der Text ist extrem bedrückend. Jim verarbeitet hier seine albtraumhaften Erinnerungen an das Konzert in New Haven, als die Polizei ihn während des Konzertes auf der Bühne verhaftete. Während man ihn abführte, schlugen die Polizisten mit Schlagstöcken auf ihn ein, obwohl er sich nicht wehrte. ("Blood in the streets in the town of New Haven") "Peace Frog" geht nahtlos in "Blue Sunday" über. Diese langsame Ballade ist weitere musikalische Liebeserklärung von Jim an Pamela. In "Ship Of Fools", einem relativ schneller Song, drückt Jim seinen Unmut über die Denkensweise der Menschen aus und besingt zur heiteren musikalischen Begleitung den Untergang der Menschheit mit faszinierender Gleichgültigkeit. "Land Ho!" handelt von einem alternden Seemann, der sich sein altes Leben zurücksehnt. Danach folgt das bluesige "The Spy", mit seinem beängstigenden, verstörenden Text. ("I know your deepest, secret fear.") Das swingende "Queen Of The Highway" hat aber auch, zumindest im Text, eine dunkle Seite. Anschließend folgt das ruhige "Indian Summer", ein Titel, der fast wie der Anfang von "The End" klingt. Zum Schluss enthält das Album mit "Maggie M'Gill" noch einen Song, dessen Text Jims Liebe zum Blues ausdrückt ("I'm an old blues man...I've been singing the blues ever since the world began."), die er in dem Album L.A. Woman noch stärker zeigen wird.
Für mich ist Morrison Hotel eines der besten Alben, das The Doors je produziert haben und das in keiner CD- oder Plattensammlung fehlen darf!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 3. Juli 2003 |