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Der Band fröhlichstes Album
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"Unbenannt" war soeben Geschichte geworden, "Stairway to Heaven" der erwartete Megahit, Led Zeppelin Kulturgut.
Lehnt man sich zurück und genießt des Erfolgs hart erarbeitete Früchte?
Nein, man legt nach: Mit dem thematisierten Tonträger liegt auch des mit Sicherheit fröhlichste, unbeschwerteste Album der Band vor. Finanziell solide abgesichert, künstlerisch anerkannt, darf man sich schon einige kreative Ausflüge in musikalisches Neuland erlauben. Und demgemäß frei spielte die Gruppe auch die Handvoll Songs ein, die hier versammelt sein sollten:
"The Song Remains The Same", eine der (in der Resorption) schwierigsten Nummern von LZ. Beim ersten Hören ohne Ende, nervtötend, sich selbst zitierend, wächst dieser Song und erzählt ein ganzes Universum voller Farben und Stimmungen. Page mit undurchdringlichen Klagwelten made by Gibson&Marshall, Plant - das sollte hinkünftig in Abkehr des druckvollen Shoutings seine Trademark werden - mit "feenhaftem Wehklagen", das zunächst irritiert, jedoch gefangen nimmt. "The Rain Song", großartiges Gemälde von Melancholie und Hoffnung. "Over The Hills And Far Away": Countryesk, undefinierbar, einprägsam. Spaßsong! "The Crunge": legendärer Drumsound von Bonzo, besticht der Song vor allem durch das herrliche Gesinge von Plant, der - köstlich! - einen auf James Brown macht. Sehr unterhaltsame Persiflage, völlig unernst, aber meisterlich. "D'yer Mak'er" wiederum, ebenso als Persiflage zu qualifizieren, ist dem Reggae verpflichtet. Grob unterschätzt und oftmals als Fehlgriff eingestuft; allerdings nur dann, wenn man den Song zu ernst nimmt (was angesichts des Textes von der Band nicht beabsichtigt worden sein konnte!). Es folgt ein Geniestreich, eine der besten Nummer der Gruppe. "No Quarter", seines Zeichens düsteres Meisterwerk. Unter maßgeblichem Einfluss des Bassisten John Paul Jones entstanden, profitiert dieser Titel von seiner innovativen Komposition, den perfekten Arrangements und der Leidenschaft, die von den Musikern bei der Einspielung ganz eindeutig an den Tag gelegt wurde. Ein Song für Generationen. Abgeschlossen wird der Reigen mit "The Ocean", einem direkten Rocker ohne Kompromisse, der das zweite Album zitiert. Ebenso - viel Spaß bei den Aufnahmen.
"Houses of the Holy" wird zwar nach Auffassung des Rezensenten dem Niveau der ersten vier Alben der Band und dem Nachfolgestreich "Physical Graffitti" nicht gerecht, ist jedoch ein stimmiges, mit Spielfreude eingespieltes Produkt voller Klassiker.
Fest steht: So gutgelaunt würde man die Band nicht mehr erleben.
Eine Rezension von avvocato > Österreich
vom 11. Januar 2009 | | |
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